Lehren in höchster Präzision

Genauigkeit ist eine Charaktersache

Messprinzip von Lehren

Lehren sind unverzichtbare Prüfmittel in der modernen Fertigungs- und Messtechnik. Sie ermöglichen die schnelle und präzise Kontrolle, ob Werkstücke innerhalb vorgegebener Toleranzen gefertigt wurden. Besonders in der Industrie, im Maschinenbau und in der Metallbearbeitung kommen Grenzlehren und Präzisions-Gewindelehren zum Einsatz, um höchste Maßgenauigkeit und Prozesssicherheit sicherzustellen.

Grenzlehren – auch Kaliberlehren oder Grenzrachenlehren genannt – verkörpern die zulässigen Höchst- und Mindestmaße eines Werkstücks. Mit ihnen wird geprüft, ob das Istmaß eines Prüflings innerhalb des vorgegebenen Sollmaßes beziehungsweise des definierten Toleranzbereichs liegt.

Grenzlehrdorne und Rundpassungslehren

Zur Prüfung von Bohrungen werden Grenzlehrdorne beziehungsweise Rundpassungslehren verwendet. Jede Grenzlehre besteht aus einer Gutseite (GO) und einer Ausschussseite (NO-GO).

Die Gutseite muss sich ohne großen Kraftaufwand mit der Bohrung paaren lassen. Die Ausschussseite – üblicherweise durch einen roten Ring gekennzeichnet – darf dagegen nicht in die Bohrung eindringen. So lässt sich schnell und zuverlässig feststellen, ob sich die gefertigte Bohrung innerhalb der zulässigen Toleranz befindet.

Bsp: Rundpassungsgrenzlehre GLD 55 H7

GLD: Grenzlehrdorn (interne Bezeichnung)
55: Nennmaß der Lehre
H7: Toleranzbereich

Bei Rundpassungslehren wird zuerst der Buchstabe und anschließend die Toleranzklasse angegeben, beispielsweise H7.

Spielpassung

Die Gutseite der Lehre stellt die untere Grenze des Toleranzbereichs dar und muss leichtgängig in die Bohrung gleiten. In diesem Fall spricht man von einer Spielpassung.

Presspassung
(Übermaßpassung)

Die Ausschussseite liegt am oberen Ende der Toleranz und darf sich nicht mit der Bohrung paaren lassen. Maximal darf sie leicht anschnäbeln. Ist dies gewährleistet, befindet sich die Bohrung innerhalb der zulässigen Fertigungstoleranz.

Lehrringe zur Wellenprüfung

Für die Prüfung von Wellen werden Lehrringe eingesetzt. Das Messprinzip entspricht dem von Grenzlehrdornen:

  • Der Gutring muss sich mit der Welle paaren lassen.
  • Der Ausschussring darf sich nicht mit der Welle paaren lassen.

Je nach Ausführung können Gut- und Ausschussseite auch in einem kombinierten Lehrring integriert sein.

Präzisions-Gewindelehren

Präzisions-Gewindelehren dienen der exakten Prüfung von Innengewinden und Außengewinden. Sie werden eingesetzt, um Gewindebohrungen und Gewinde zuverlässig auf Maßhaltigkeit, Funktion und Passgenauigkeit zu kontrollieren.

Das Messprinzip entspricht grundsätzlich dem klassischer Grenzlehren, ist jedoch speziell auf Gewindegeometrien abgestimmt. Damit eine Präzisions-Gewindelehre exakt funktioniert, muss sie auf die wichtigsten Kenngrößen des Gewindes abgestimmt sein.

Die fünf Kenngrößen eines Gewindes:

Außendurchmesser
Der Außendurchmesser beschreibt den Abstand der äußersten Punkte des Gewindes.

Kerndurchmesser
Der Kerndurchmesser bezeichnet den Abstand der innersten Punkte des Gewindes.

Flankendurchmesser
Der Flankendurchmesser ist der Abstand zweier gegenüberliegender Gewindeflanken und entscheidend für die Passgenauigkeit.

Gewindesteigung
Die Gewindesteigung beschreibt den achsparallelen Abstand zweier benachbarter Gewindeflanken desselben Gewindeganges.

Flankenwinkel
Der Flankenwinkel ist der Winkel zwischen den Gewindeflanken und beeinflusst die Funktion sowie die Kraftübertragung des Gewindes.

Das in Europa am häufigsten verwendete Gewinde ist das metrische ISO-Gewinde und wird mit dem Buchstaben M gekennzeichnet.

Wird keine zusätzliche Steigung angegeben, handelt es sich um ein Regelgewinde mit standardisierter Steigung. Bei Feingewinden oder Sondergewinden wird die Steigung direkt angegeben.

Im Gegensatz zu Rundpassungslehren wird bei Gewindelehren zuerst die Toleranzklasse und anschließend der Buchstabe angegeben.
Beispiele für Gewindelehren

  • GLD M5 6H = metrisches Regelgewinde mit Steigung 0,8 mm
  • GLD M20 6H = metrisches Regelgewinde mit Steigung 2,5 mm
  • GLD M20×0,5 6H = metrisches Feingewinde mit Steigung 0,5 mm

Weitere Begriffe aus der Lehrenmesstechnik

Arbeitslehre
Arbeitslehren werden direkt in der Fertigung eingesetzt. Die Gutseite wird mit einem definierten Aufmaß gefertigt, um Verschleiß auszugleichen.

Abnahmelehre
Abnahmelehren dienen der Qualitätskontrolle und Endprüfung fertiger Werkstücke und werden ohne zusätzliches Aufmaß gefertigt.

Einstelllehre
Einstelllehren dienen nicht der Werkstückprüfung, sondern dem Einstellen und Kalibrieren von Messgeräten und Prüfsystemen.

Wir bei MikronTec führen ein umfangreiches Lager an Präzisions-Gewindelehren, Gewindegrenzlehren, Lehrringen und Grenzlehrdornen. Im Bereich der Gewindelehren sind aktuell rund 98 % unserer Katalogware direkt ab Lager verfügbar.

Die aktuelle Lagerverfügbarkeit sowie Ihre individuellen Kundenpreise können Sie nach Anmeldung in unserem Onlineshop einsehen: Lehren-Online-Shop

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